Nachhaltigkeit in jeder Beziehung

Nachhaltigkeit in jeder Beziehung


Bei der dritten Klausurtagung von Energiewende Oberland und Wirtschaftsforum am Donnerstag im Kloster Benediktbeuern,
gab es eine Premiere: Zum ersten Mal wurde der Nachhaltigkeits-preis verliehen – an die Geretsrieder Firma BF Maschinen
 

fotografiert von Matthäus Krinner/ Tölzer Kurier

Beneditbeuern – Den ganzen Nachmittag ging es im Barocksaal um das Thema „Nachhaltiges Wirtschaften im Oberland“. Dazu hatten die veranstaltenden Organisationen namhafte Referenten gewonnen – allen voran Prof. Franz Josef Radermacher, Leiter des Forschungsinstitut für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung. Radermacher wurde bekannt als Verfechter der ökosozialen Marktwirtschaft, die auf eine Balance von ökologischer, sozialer und ökonomischer Nachhaltigkeit setzt. Er hatte 30 Vorschläge mitgebracht, was jeder Einzelne tun kann – gemäß dem afrikanische Sprichwort: „Wenn viel kleine Leute viele klein Dinge tun, verändert das die Welt.“ Zu den Anregungen gehören Dinge wie weniger Fleisch und Fisch zu essen, öfter Urlaub in der Nähe zu machen und auch immer wieder mal weniger auf den eigenen Vorteil bedacht zu sein. Die von Radermacher propagierten drei Säulen der Nachhaltigkeit stehen bei der Firma BF Maschine unter der Leitung von Thomas Breuer im Mittelpunkt. Laudatorin und Bürgermeisterin Cornelia Irmer ging auf jede einzelne ein. Das 1994 gegründete Unternehmen baut und konstruiert Bearbeitungs- und Schweißanlagen für Kunststoffteile und zeigt, dass „sich Ökologie und Ökonomie bestens miteinander verbinden lassen“, so Irmer. Durch die Produkte, die beispielsweise an die Autoindustrie geliefert werden, lassen sich hohe Energieeinsparungen erzielen. Auch die Firma selbst gehe schonend mit Ressourcen um: Das beginnt beim sparsamen Wasserverbrauch und endet bei der Verwendung von Ökostrom. „Durch all das können pro Jahr 60.000 Kilo Co2 gespart werden – 30 Prozent des bisherigen Werts“, sagte Irmer. Auch die soziale Nachhaltigkeit kommt nicht zu kurz. Das begann 2005, als Breuer das Gelände der insolventen Nachbarfirma aufkaufte und alle 14 arbeitslos gewordenen Facharbeiter wieder einstellte. „Können Sie sich vorstellen, wie nachhaltig das auf die Mitarbeiter wirkte?!“, fragte Irmer. Zudem gibt Breuer Bewerbungstrainings an der Mittelschule und bietet ein umfangreiches Praktikantenprogramm. „Ausbildungsplätze gibt es bei ihm auch für Jugendliche ohne Schulabschluss. Bei ihm bekommt jeder junge Mensch eine Chance, der bereit ist zu lernen und zu arbeiten.“ Breuer sei daher „mehr als würdig“, den ersten Nachhaltigkeitspreis entgegenzunehmen.
Unter dem Applaus der Zuhörer überreichten Landrat Josef Niedermaier und Irmer die von der Geretsrieder Gymnasiastin Nadine Baumann entworfene und vom Reichersbeurer Kunstschmied Christian Funk gefertigte Spirale an Breuer. Um den Nachhaltigkeitsgedanken zu vertiefen, gibt es obendrein einen Baum.
 
Artikel aus dem Isar-Loisachbote/ Geretsrieder Merkur vom 02. Dezember 2011